Die Geister die ich rief
Donnerstag, 3. Mai 2007 13:33
Das tolle an Web 2.0 ist, dass die Besucher einer Webseite für deren Inhalt sorgen. Das leider nicht so tolle an Web 2.0 ist aber, dass die Besucher einer Webseite für deren Inhalt sorgen. Dieses Phänomen bekommt im Moment Digg zu spüren.
Digg hat einen großen Bekanntheitgrad damit erlangt, dass die Benutzer der Seite Nachrichten eingeben, und diese auch bewerten. In den letzten Tagen waren Beiträge auf Digg aufgetacht, die den Software-Schlüssel enthielten, den es braucht, um den Kopierschutz der neuen High-Definition-Medien HD DVD und Blu-ray auszuhebeln. Digg hatte auf Drängen des Konsortiums AACS, das (im Namen von unter anderem IBM, Intel und Microsoft) die entsprechende Technik vermarktet und welches Digg – genau so wie Google und der Wikipedia – eine Unterlassungserklärung zugestellt hatte, die entsprechenden Postings gelöscht. Diggs User ließen sich dies natürlich nicht gefallen und posteten den Schlüssel immer wieder. Dies veranlasste Kevin Rose am 1. Mai zu einem Post in seinem Blog, in dem unteranderem folgendes zu lesen war:
“Heute war ein schwieriger Tag für uns. Wir mussten entscheiden, ob wir die Postings welche den Softwareschlüssel enthalten aufgrund einer Unterlassungserklärung zu entfernen. Wir trafen diese Entscheidung, um ein Szenario, welches eine wahrscheinlche Unterbrechung unseres Dienstes oder den Untergang unseres Unternehmens zur Folge hätte, abzuwenden.
Aber nun, nachdem wir hunderte von Einträgen und tausende von Kommentaren gesehen haben ist es uns klar: Ihr seht Digg lieber kämpfend untergehen als sich einem großen Unternehmen zu beugen. Wir hören euch! Ab sofort werden wir keine Einträge mit dem Code mehr löschen, welches auch immer die Konequenzen daraus sein mögen!
Wenn wir verlieren, dann zum Teufel, sterben wir, aber wir haben es versucht.”
Wow!
Thema: web 2.0 | Kommentare (0) | Autor: Roland
