Marketing in der Pharmaindustrie
Frontal 21 berichtete letzte Woche im Beitrag das Geschäft mit dem Krebs über die Preispolitik und das Marketing der Pharmaindustrie. Ein Beitrag, der in jeglicher Hinsicht zu denken gibt. Ein pharmazeutisches Unternehmen gibt im Durchschnitt etwa 10% seines Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus, während 40% für das Marketing bereitliegen.
Spitzenreiter hier ist Pfizer, welches bereits im Jahr 2004 mit 17 Milliarden Dollar den größten Marketingetat der Branche und nach Recherchen des US-Magazins Business Week nach General Motors, Procter & Gamble und Time Warner, 2003 global an vierter Stelle in Sachen Marketingausgaben stand. Das meistbeworbene Produkt hingegen ist das Magen-Darm-Präparat Nexium des britisch-schwedischen Konzerns Astra-Zeneca mit Werbeausgaben von 257 Millionen US-Dollar bei einem Gesamtumsatz des Unternehmens von 3,1 Milliarden US-Dollar, also von mehr als 8 % für ein einziges Produkt.
Diese Entwicklung führt natürlich dazu, dass die Pharmaindustrie nicht wie bisher durch teuere Medikamente den Preis für die teure Entwicklung der Produkte finanzieren muss, sondern das teure Marketing. Eine sehr bedenkliche Entwicklung, besonders wenn man überlegt, dass Forschung für Medikamente für relativ seltene oder nicht so medienwirksame Krankheiten eigentlich total uninteressant ist…
Der Fairness halber muss noch gesagt werden, dass Pfizer auch bei Forschung und Entwicklung hinter Toyota auf Platz 2 liegt…