studiVZ und Werbung
Es war eigentlich ja nur eine Frage der Zeit: studiVZ ändert die AGB’s und kann somit in Zukunft die Daten der über 4 Mio. Mitglieder vermarkten. Gerade bei studiVZ, wo relativ junge Nutzer sehr viel über sich preis geben, ist dieser Schritt aus wirtschaftlicher Sicht sicher sehr sinnvoll. Die Nutzer sehen es nicht so gut und haben Angst, ihre Daten würden nun verkauft. So sieht sich studiVZ einer großen Protestwelle ausgesetzt: hinter dem Satz
[...] Auf diese Ankündigung hin haben sich bereits viele von euch gemeldet und uns damit ein wertvolles Feedback gegeben [...]
dürfte sich wohl einiges mehr verbergen, als ein paar fragende Emails der Nutzer. Und auch wenn man sich bemüht, die Mitglieder zu beruhigen
studiVZ hat noch nie Nutzerdaten an Dritte verkauft und wird dies auch niemals tun.
ist das nicht so einfach. Natürlich gibt man die Daten nicht aus der Hand, oder zumindest nur anonymisiert, aber die Informationen über die Benutzer werden eindeutig verkauft. Die Benutzer der Plattform müssen dieser Änderung natürlich zustimmen und haben bis 9. Jänner 2008 Zeit, dies auch zu tun. Danach ist es ohne Zustimmung nicht mehr möglich, das Netzwerk zu nutzen. Ab 31. März dann verliert man sogar seine Freunde ist man auf studiVZ nicht mehr sichtbar.
Eigentlich versucht studiVZ ja nur auf einen Zug aufzuspringen, auf dem die meisten anderen Portale (z.B. Xing) ja eh schon sind. Hat jemand wirklich geglaubt, jemand gibt 100 Mio. Euro aus um sich eine Plattform zu kaufen? Das ist keine Plattform wert bzw. bastle ich mir für einen Bruchteil der Summe meine eigene. Die 100 Mio. gab es für die 4 Mio. User bzw. die Möglichkeit, die Daten dieser User werbetechnisch zu nutzen.
Hier noch lurz ein paar aktuelle Zahlen zu studiVZ:
- über 4 Mio. registrierte Nutzer
- 4,47 PI’s / Monat (Oktober 2007). Zum Vergleich: Bild.de hat ca. 560 Mio.
- 100.000 Page Impressions / Minute (!)
- 74 PI’s pro Nutzer täglich
- 51% der User loggen sich täglich ein, 80% wöchentlich
Sind schon beeindruckende Daten, da versteht man, dass man dieses Potenzial besser nutzen möchte…