Durch die Augen des Internet

skittles Konsequent und mutig umgesetzt. Der Bonbon Hersteller Skittles aus dem Mars Konzern verabschiedet sich von der eigenen Homepage und setzt komplett auf Web 2.0. Unter der Internetadresse skittles.com sieht man nun direkt den Wikipediaeintrag zu Skittles. Ein kleiner Layer am oberen Rand bietet Links zu weiteren Diensten wie Twitter, Facebook, Youtube, Flickr & Co. Die eigenen Produktinformationen befinden sich hinter dem vielsagenden Menüpunkt “other gobbledegook”, was soviel wie “anderes Geschwafel” bedeutet.

Die Idee dahinter: weg von der Selbstdarstellung wie man es eigentlich von einer Produktseite erwartet. Gezeigt wird stattdessen das, was eh schon im Internet über Skittles steht. Man geht also weg von der Markenkontrolle und versucht die Marke zu moderieren. Zumindest im Internet. Ein sehr mutiges Unterfangen, das viele Risiken aber auch Chancen bietet. Und es wirft auch die sehr interessante Frage auf, ob die Kontrolle einer großen Marke im Internet noch möglich ist. In Zeiten, in denen “user generated content” immer mehr Gewicht gewinnt und eine Doktrinierung der Marke wie man sie bisher gewohnt war nur mehr schwer durchzusetzen ist, stellt die Aktion von Skittles sicher einen richtungsweisenden Schritt dar. Hier wird der Konflikt zwischen Eigenbild und Fremdbild dadurch “gelöst”, dass auf das Eigenbild fast schon verzichtet wird. Stattdessen wird das Bild des eigenen Unternehmens im Internet zum eigenen gemacht.

Neu ist die Idee aber nicht. Modernista hat schon vor einiger Zeit etwas sehr ähnliches umgesetzt. Auf der Seite findet man z.B. einen Spiegelartikel über Modernista und in einem Layer kurz den Hinweis:

Dont be alarmed. You are viewing Modernista! through the eyes of the Web. The menu on the left is our homepage. Everything behind it is beyond our control.

(Quelle: turi2)

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Datum: Montag, 9. März 2009 11:39
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